Beziehungs-Krempel
Heute ist es 61 Jahre her. Am 15. Dezember 1945 haben sich meine Großeltern das erste Mal gesehen - ich glaube, es war auf einer Art Party.
Ich bewundere sie und irgendwie macht es mich sentimental. Manchmal denke ich, dass die Zeit damals die Leute viel mehr zusammengeschweißt hat. Nicht, dass ich etwas ähnliches erleben wollen würde; aber was gibt es denn heute noch für großartige Schwierigkeiten, die man zusammen überwinden müsste? Wer könnte denn heute sowas noch erleben?
Mein Opa behauptet ja immer noch, es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen... Ich glaube eigentlich nicht so sehr an so was. Ich finde, Liebe muss sich entwickeln. Erst hat man sich lieb, und irgendwann ist einem so warm im Bauch wenn man den anderen ansieht. In dem Moment merkt man dann: "Huch, das hier ist mehr". Und meist hat man zu diesem Gedanken ein ganz bestimmtes Bild vor sich.
Wenn ich denke, dass meiner (dieser) Gedanke nicht mal ein Jahr her ist... Fühle ich mich irgendwie ein wenig erbärmlich - während meine Großeltern ihren Jahrestag bei einem tollen Mittagessen genießen.
parforce - 15. Dez, 15:09
I don't need a man to make it happen
I get off being free
I don't need a man to make me feel good
I get off doing my thing
I don't need a ring around my finger
To make me feel complete
So let me break it down
I can get off when you ain't around
"I don't need a man" von den Pussycat Dolls - die ich eigentlich nicht mag!
parforce - 23. Nov, 14:03
Mails mit dem Betreff "Hi Mausi" schickt, hat bei mir verkackt. Aber so richtig. Weil ICH bin war Mausi. Und sonst keiner.
Tschüss. Das wars dann - endgültig.
Wenn ich das richtig interpretiert habe, und er grad gebloggt hat, wie sehr er sich ärgert, dass seine Ex weg ist (weil er sie betrogen hat)... dann will ich jetzt glaub ich nicht mehr.
So was hab ich nicht nötig. Und ich sollte aufhören, ihm hinterher zu spionieren. Weil jetzt hab ich wieder nen Kloß im Bauch... Wo er sich doch schlecht fühlen sollte. Schöner Mist.
Wie ich diese Pärchen hasse, die ständig und ewig Jubiläum feiern. Und wenn man dann irritiert fragt: "Moment mal, habt ihr nicht letztens erst... ?" dann kommt nur ein: "Ja, das war das Fünfmonatige, aber heute vor nem halben Jahr haben wir uns das erste Mal geküsst" oder irgendso ein Schmarrn.
Ich bin der Meinung, man muss nicht alles groß feiern, wo bleibt denn da das Besondere? "Schatz, heut vor einem Monat hast du das erste Mal vor mir gepupst!" Glückwunsch. Toll. Wirklich ein Grund ne Flasche aufzumachen...
Und doch. Grade gesehen, dass wir heute 11-Monatiges gehabt hätten. Und auch, wenn ich das nicht hätte feiern wollen - ein komisches Gefühl im Bauch bleibt. Aber nur kurz. Schoko-Vorräte sind unermesslich und die Arbeit ruft. Und schwupps, sind komische Gedanken verflogen :)
parforce - 28. Aug, 10:09
Ich sitze am Schreibtisch, sollte arbeiten. Ich sehe mein Spiegelbild im Fenster. Und überlege, was ein "ER" jetzt wohl denken würde, wenn es mich hier so sehen würde...
Als Hintergrundberieselung hab ich aus irgendeinem unerfindlichen Grund die alte Kuschelrock-CD von damals rausgekramt. Fehler. Wirklich. Ich werde sentimental.
Was hat sich seit damals geändert? Damals, als man grad anfing, sich Gedanken über Jungs zu machen? Ich saß da, habe überlegt, wie lang es wohl noch dauern würde, bis ich endlich meinen ersten Freund hätte. Dass ich mit 16 langsam Angst kriegen müsste.
Ich wurde 16, und nichts tat sich. Ich kam mit Jungs einfach nicht klar. Um nicht zu sagen: sie hassten mich.
Die Zeit verging. Ich beschloss, die Krise zu kriegen, wenn mit 18 nichts passiert wär. Ich feierte meinen 18. Geburtstag, ohne auch nur mal einen Jungen geküsst zu haben.
Ich glaube, so mit achtzehneinhalb war es dann soweit. Wir waren tanzen, er besoffen, ich nüchtern - musste noch fahren. Ich dachte, das ist die Gelegenheit. Der kriegt nicht mehr so viel mit, wenn ich mich dumm anstelle. Irgendwie hab ich mich bei sowas immer total unter Druck gesetzt, ich hatte das Gefühl, in dem Altern muss man Ahnung haben. Wir küssten uns, es schmeckte nach Eukalyptus. Im Hintergrund lief "Where is the Love" von den Black-Eyed Peas. So schlimm kanns nicht gewesen sein, denn bis wir uns kurz vor Sonnenaufgang auf den Rückweg machten, kriegte ich seine Zunge nicht mehr so richtig aus meinem Hals.
Der zweite, den ich küsste, war PdP. Der, mit dem ich später mein erstes Mal haben sollte. Er war 13 Jahre älter und Polizist. Wir fummelten im Auto, als er mir an die Hose wollte, war für mich Schluss.
Es war klar, dass wir nie zusammenkommen würden. Aber ich mochte seine Art. Also schlief ich irgendwann mit ihm. Es war ok, ich fühlte irgendwie nicht fürchterlich viel und war hinterher enttäuscht. Weil alle so viel gewese drum machen. Und sich für mich als Einzige nicht die Welt zu verändern schien.
Ich schweife ab. Ich höre also diese alte Kuschelrock-CD. Und denke, dass ein Haustier eben doch nicht das gleiche ist, wie ein Partner. Ich habe Kuschel-Bedarf. Ich möchte grad einfach nur in den Arm genommen werden, auf dem Bett liegen, nichts tun außer seinen Atem hören und spüren, dass er da ist. Nicht mal küssen, so wie ich mir das damals vorgestellt hatte. Einfach nur sein.
Komische Vorstellungen hatte ich damals. Aber dazu vielleicht wann anders mehr. Es macht mich traurig, in den Hamsterkäfig zu schauen, und zuzusehen, wie der kleine Racker da rumwuselt.
Weil ich langsam Angst kriege. Damals kuschelte ich mich an meinen Hund. Mein Hund ist lange tot. Aber ich bin wieder allein. Und beobachte einen Hamster. Das ist doch traurig. Ich meine, ich sitze an einem Samstag abend daheim, arbeite, und beobachte einen Hamster. An manchen Tagen bin ich damit glücklich, aber heute nicht. Weil es mir Angst macht. Werde ich in fünf Jahren immer noch hier oder wonanders allein sitzen? Als Partner-Ersatz ein Tier? Weil ich einfach beziehungsunfähig bin?
Ich glaube, ich sollte schlafen gehen. Sonst krieg ich zu allem Überfluss auch noch Sorgenfalten. Und morgen sieht dann alles ganz anders aus. Sonne. Laufen. Auf niemand Rücksicht nehmen müssen.
Ohweh, ich glaube es ist noch ein wenig früh für Torschlusspanik. Also immer die Ruhe bewahren. Locker bleiben. Ab morgen wieder glücklicher Single sein. :)
parforce - 26. Aug, 23:11
Ohne Gedanken an ihn. Ohne sich vorzustellen, er würde sich an mich kuscheln. Wie das wäre. Wie es sich anfühlen würde.
Aufwachen ohne. Ohne an ihn zu denken.
Ich habs geschafft. Ist mir grad mal so aufgefallen. Und ich weiß grad gar nicht so, ob ich mich freuen soll oder ob ich traurig bin? Weil das war sie dann nun wohl wirklich und endgültig. Meine erste Beziehung. Vorbei. Und doch wird er immer in Erinnerung bleiben. Irgendwie. Weil er der "Erste" war. Im Herz. Nicht da, wo ihr wieder denkt ;)
parforce - 25. Aug, 20:48
Sollte es mir tatsächlich gerade halbwegs egal werden, ob er sich meldet oder nicht? Wenn das stimmt, sollte ich ihn vielleicht am Wochenende nicht treffen... Die letzten Male hat schließlich die "dann-merk-ich-dass-ich-ihn-nicht-mehr-will"-Methode auch nicht funktioniert: Sehen - Küssen - Bett.
Alles klaro: neee, ich find ich gar nicht mehr toll ;)
Sollte ich. Muss ich. Ich kann nicht jedesmal, wenn das Telefon klingelt, einen halben Herzkasper bekommen und denken, dass ER es sein könnte. Nein, das geht so nicht. Weil er eh nicht anrufen wird. Nicht nach der Aktion letztens.
Dumm gelaufen.
Ich hab mir da nie so Gedanken drüber gemacht, aber das hier trifft irgendwie den Nagel auf den Kopf:
